INTERVIEW: Frau Tiebes, ist Ihnen schon Mal ein größeres Malheur beim Experimentieren passiert?

Frau Tiebes ist Gymnasiallehrerin und unterrichtet die Fächern Chemie und Physik. Am Donnerstagnachmittag gab sie mir einen Einblick in ihre Zeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin und ihre jetzige Zeit als Gymnasiallehrerin. (Dieses Interview basiert auf schriftlichen Notizen)

Welche Fächer unterrichten Sie und wie lange schon?
Ich unterrichte Chemie und Physik. Ich unterrichte mittlerweile schon 13 Jahre hier an der Schule.

Welchen Beruf hatten Sie, bevor Sie Gymnasiallehrerin wurden?
Vor meiner Zeit als Lehrerin war ich wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der DECHEMA.

In welchem Bereich und zu welchem Thema haben Sie ihre Doktorarbeit geschrieben?
Meine Doktorarbeit habe ich im Bereich „Stereoselektive organische Synthese“ angefertigt. Genauer ging es um die Synthese eines Naturstoffes. Es handelte sich dabei um einen der Inhaltsstoffe, den ein Marienkäfer absondert, wenn er sich bedroht fühlt.

Warum haben Sie sich für den Beruf Lehrer entschieden?
Hauptsächlich habe ich meinen Beruf wegen meiner Kinder gewechselt, da sich Beruf und Familie als Lehrerin besser vereinbaren lassen. Natürlich auch, da es mir große Freude bereitet, jungen Menschen etwas von meinem Wissen weitergeben zu können.

Weshalb haben Sie sich für diese Schule entschieden?
Ich habe auf meine Bewerbung hin ein Angebot vom Schulleiter der Freiherr-vom-Stein Schule bekommen – damals war die Schule in Container ausgelagert – und da mir das Kollegium und die Schülerschaft gefallen hat, bin ich schließlich hiergeblieben.

Was gefällt Ihnen am besten an der FvS und was würden Sie gerne verbessern?
Was mir hier besonders gefällt ist, dass wir hier so bunt gemischte Klassen haben und einen netten Umgangston. An der Schule verbessern … Chancengleichheit.

Wie sind Sie auf die Fächer Chemie und Physik gekommen?
Chemie habe ich gewählt, da ich dieses Fach studiert habe und Physik, da ich Physik während meiner Schulzeit sehr gemocht habe und zudem Physik/Physikalische Chemie zum Chemiestudium gehört.

Was waren während Ihrer Schulzeit ihre Lieblings- und Hassfächer?
Meine Lieblingsfächer waren Mathematik und Physik, während ich Englisch nicht so gemocht habe. Ein wirkliches Hassfach hatte ich aber nicht.

Ist Ihnen schon Mal ein größeres Malheur beim Experimentieren passiert?
Ich bin froh, dass mir bislang ein größeres Malheur beim Experimentieren noch nicht passiert ist. Aber mir ist einmal die Wasserstoff-Knallbüchse zu früh explodiert und ich hatte meine Hand noch nicht vollständig weggezogen.

Mixen Sie manchmal außerhalb des Unterrichts Substanzen?
Im Privaten nicht, aber an der Schule mische ich manchmal chemische Substanzen, um außerhalb des Unterrichts Versuche auszuprobieren.

Hatten Sie in Ihrer Zeit als Wissenschaftlerin ein großes Projekt?
Ja, und zwar waren das größere Aufträge des Forschungsministeriums. Da ging es darum, dass das Forschungsministerium beraten werden sollte, welche Projekte im Umfeld Chemische Technik und Biotechnologie gefördert werden sollten. Ein Beispiel war Grundlagenforschung zur Wasserstofftechnologie, die im Moment wieder sehr aktuell ist.

Haben Sie einen Lieblingsunterrichtsraum und wenn ja, welchen?
Ja, das ist der Raum A301. Um den Raum kümmere ich mich auch, dass er ordentlich ist.

Welche Methoden haben Sie, einen interessanten Unterricht zu gestalten?
Ich versuche meinen Unterricht abwechslungsreich zu gestalten – mit Experimenten, Partnerarbeit, Videos und einem aktuellen Bezug zum Alltag.

Welche Stufen unterrichten Sie?
In Chemie unterrichte ich die Stufen 7, 9, 10 und die Oberstufe, während ich in Physik die Stufen 7, 8 und 10 unterrichte.

Sind Sie in einer Klasse Klassenlehrerin?
Nein, aber ich bin Tutorin in der Oberstufe.

Waren Sie eine gute Schülerin in ihrer Schulzeit?
Ja, ich denke schon.

Wie war das Homeschooling für Sie?
Das Homeschooling war sehr anstrengend für mich. Alles war neu, die Technik, die Art Kontakt zu den Schüler:innen zu erhalten und die Art die Unterrichtsinhalte weiterzugeben. Aber einiges, was ich in der Homeschooling-Zeit gelernt habe, kann ich auch jetzt im Unterricht einsetzen.

Sie sind ja Teil des Schwerpunktes MINT. Können Sie kurz zusammenfassen und erzählen, weshalb MINT ins Leben gerufen wurde?
MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Die Schule hat in den letzten Jahren in diesem Bereich einen Schwerpunkt ausgebaut. So gibt es den Experimentalunterricht in Stufe 6 und den NaWi-Unterricht in Stufe 5 und 6. Hierfür haben wir Anfang des Schuljahres erneut die Auszeichnung „MINT freundliche Schule“ erhalten. Zurzeit liegt der Focus darauf, den Wettbewerbs- und AG-Bereich nach der Corona-Zeit wieder auszugestalten.

Wie verbringen Sie ihre Pausen?
Die Pausen verbringe ich hauptsächlich mit Aufräumen und Aufbauen von Experimenten oder mit netten Gesprächen mit meinen Kolleg*innen.

Finden Sie die Chemie oder die Physik spannender?
In meiner Schulzeit hat sich herauskristallisiert, dass ich letztlich Chemie spannender fand als Physik. So habe ich mich dann auch nach der Schule für ein Chemie-Studium entschieden und dieses mit der Promotion abgeschlossen.

Und zu guter Letzt: Was macht für Sie einen gute/n Lehrer/in aus?
Eine gute Lehrkraft macht aus meiner Sicht aus, dass sie beständig Freude an der Vermittlung der Inhalte ihres Faches an die Schüler:innen hat. Hierbei sollte sie es immer wieder schaffen, bei den Schüler:innen – unabhängig von der Note – Interesse und Motivation zu entwickeln, sich mit den Unterrichtsinhalten und evtl. darüber hinaus mit dem Fach zu beschäftigen.

 

Ich bedanke mich bei Frau Tiebes, dass sie mir die Möglichkeit gegeben hat, einen Blick auf die Zeit als Lehrerin zu erhaschen.

Das Interview führte Elena Röschlein (7b).

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