Die große Herausforderung

Die große Herausforderung

Schon seit mehreren Jahren warnen Wissenschaftler*innen vor einem Klimawandel, der womöglich unserer Existenz ein Ende bereiten wird. Seit der Entstehung der internationalen Klimaschutzbewegung „Fridays For Future” ist dem Thema mehr Beachtung geschenkt worden. Was der Klimawandel ist, welche Folgen er hat und was man selbst zum Klimaschutz beitragen kann, erfährst du jetzt.

Der Klimawandel

Um zu verstehen, was der Klimawandel ist, muss man wissen, was das Klima ist. Klima ist der mittlere Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort, in einem bestimmten Gebiet oder auf der ganzen Erde über einen längeren Zeitraum. Als Klimawandel bezeichnet man demnach eine Veränderung des Klimas. Über Jahrmillionen gab es mal Perioden der Abkühlung, mal Perioden der Erwärmung, die sich oft über mehrere Tausend Jahre zogen. Diese hängen mit unterschiedlichen Faktoren zusammen, wie z.B. Vulkanausbrüchen oder der Stärke der Sonnenaktivität. Doch der zurzeit stattfindende Klimawandel ist nicht durch natürliche Einflüsse entstanden, sondern ist hauptsächlich auf den Menschen zurückzuführen. Während früher die Temperaturen über einen sehr langen Zeitraum – meistens mehrere hunderte Jahre – gesunken oder angestiegen sind, steigt heute die globale Durchschnittstemperatur rasant an. Wenn man heute von „dem Klimawandel” spricht, beziehen sich die meisten auf die globale Erderwärmung.

Die globale Erderwärmung 

Bei der globalen Erderwärmung handelt es sich um einen globalen Temperaturanstieg. Wenn man die Temperaturentwicklung vom Jahre 1850 bis heute im Verhältnis zum Mittelwert von 1850 bis 1900 betrachtet, sieht man, dass die Temperatur immer schneller ansteigt. Die zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnung liegen in den letzten 20 Jahren. Die globale erdnahe Temperatur hat sich seit Beginn der Industrialisierung schon um fast 1 Grad Celsius erhöht und steigt weiter an. Die Wissenschaftler*innen sind sich weitestgehend einig, dass die globale Durchschnittstemperatur in diesem Jahrhundert um zwei bis vier Grad Celsius ansteigen wird.

Treibhauseffekt

Die globale Erderwärmung hängt mit dem Treibhauseffekt zusammen. Unter dem Treibhauseffekt versteht man die erderwärmende Wirkung von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf in der Atmosphäre. Der Effekt entsteht dadurch, dass die Atmosphäre die Sonnenstrahlung weitestgehend durchlässt, während die von der Erde aus ins Weltall gestrahlte Infrarotstrahlung absorbiert wird. Die Erde ist somit zusätzlicher Strahlung ausgesetzt, was zu einer Erwärmung führt. Die wichtigsten Treibhausgase sind Wasserdampf (mit einem Anteil von 36 bis 66% am Treibhauseffekt), Kohlenstoffdioxid (Anteil von 9 bis 26%) und Methan (Anteil von 4 bis 9%). Bei Wasserdampf ist es so, dass bei jedem Grad Erwärmung, der Wasserdampfgehalt um 7% steigt.

Der natürliche Treibhauseffekt ermöglicht ein Leben auf der Erde. Ohne ihn würde die Durchschnittstemperatur auf der Erde -18 °C betragen, aber mit ihm liegt der Temperaturmittelwert bei ca. 15 °C. Jedoch ist es wissenschaftlich bewiesen, dass der Mensch den Treibhauseffekt erheblich beeinflusst.

Was trägt der Mensch dazu bei?

Der Mensch ist die Hauptursache für die globale Erderwärmung. Er verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt, indem er durch Verbrennung von fossilen Brennstoffen und Abholzung von Wäldern Treibhausgase emittiert. Durch die Produktion von Autos, Flugzeugen, Handys und vielen weiteren Sachen, sowie auch durch deren Nutzung (z.B. Auto fahren) werden Treibhausgase emittiert. Auch unser Energieverbrauch spielt eine wichtige Rolle beim Klimawandel.

Durch die menschlichen Emissionen steigt die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre. Vor der Industrialisierung betrug die Kohlenstoffdioxidkonzentration 280 ppm (parts per million), während die heutige Konzentration bei ca. 410 ppm liegt. Das ist ein Anstieg von ca. 45 % und die höchste CO2-Konzentration seit mindestens 800.000 Jahren. Und nicht nur die CO2-Konzentration gestiegen, sondern auch die anderer Treibhausgase, wie z.B. Methan, das eine 25-Mal höhere Treibhauswirksamkeit als die des Kohlenstoffdioxids hat. Die Konzentration von Methan hat sich von 720 ppb (parts per billion) vor der Industrialisierung bis zur heutigen Zeit auf 1850 ppb mehr als verdoppelt. Dies lässt sich ebenfalls auf menschliche Quellen zurückführen. Methan wird u.a. durch Erdgasgewinnung, Nassreisanbau und Mülldeponien emittiert. Die wichtigste anthropogene (menschengemachte) Methanquelle ist die Landwirtschaft, vor allem die Viehzucht von Wiederkäuern, insbesondere Rindern, die bei der Verdauung Methan produzieren. Methan entsteht auch durch Lagerung von Wirtschaftsdüngern (z.B. Gülle) und wird spätestens bei deren Gebrauch freigesetzt.

Folgen der globalen Erderwärmung

Wissenschaftler*innen können nicht mit 100%-iger Sicherheit sagen, welche konkreten Folgen die globale Erderwärmung mit sich bringt, da diese Vorhersagen abhängig davon sind, wie sehr sich die Erde erwärmen wird, was wiederum davon abhängt, wie sehr sich die Menschheit in der Sache Klimaschutz bemüht. Doch mögliche und ziemlich wahrscheinliche Folgen zeigen Wissenschaftler*innen anhand von Simulationen. Die meisten stimmen in groben Punkten überein, wie z.B. die Häufigkeit an Wetterextremen. Außerdem ist der Klimawandel schon jetzt sichtbar, vor allem in den Polarregionen. Dort schmilzt nämlich das Eis. Die Fläche der Eisdecke hat sich in den letzten 30 Jahren aufgrund der steigenden Temperaturen halbiert. Die Eisfläche wird auch immer dünner und könnte schon in einigen Jahrzehnten vollkommen schmelzen, was einen hohen Anstieg des Meeresspiegels bewirken würde. Dadurch werden immer mehr Küstenregionen überschwemmt und durch Sturmfluten bedroht.

Nicht nur der Meeresspiegel, sondern auch die Temperatur des Wassers steigt. Das führt dazu, dass mehr Wasser verdunstet und die Luft mehr Wasserdampf speichert, was wiederum den Treibhauseffekt verstärkt. Außerdem erhöht sich die Gefahr von Unwetter, wie z.B. Wirbelstürmen. Nicht nur das Eis in der Arktis, sondern auch das der Gletscher schmilzt.

In trockenen Regionen der Erde bewirkt die Temperaturerhöhung die Ausbreitung von Wüsten. Häufigere Dürren lassen Flüsse austrocknen und Grünflächen kleiner werden. Die Zahl der Waldbrände nimmt zu.

Ein weiteres Problem ist, dass die Meere einen Teil der von uns emittierten Treibhausgase aufnehmen. Wenn das Wasser z.B. Kohlenstoffdioxid aufnimmt, reagiert dieses mit Wasser zu Kohlensäure. Das lässt den pH-Wert des Wassers sinken und das Meer saurer wird. Das ist eine Gefahr für manche Meeresbewohner und könnte zu einem Artensterben führen. Hinzu kommt, dass die vom Wasser gespeicherten Treibhausgase bei einer Erwärmung wieder freigegeben werden.

Alle diese Folgen ebenfalls eine Gefahr für Menschen. Unwetter in den Küstenregionen würde rund 200 Millionen Menschen, die in diesen Regionen leben, bedrohen. Schon heute sterben dort jährlich Zehntausende Menschen aufgrund von Stürmen und Überschwemmungen. Der Klimawandel bedroht vor allem ärmere Länder in Afrika, Asien und Lateinamerika. Dort herrscht Wasserknappheit für über 1,5 Milliarden Menschen. An vielen Orten finden sich auch Krankheitserreger im Wasser, deren Verbreitung sowieso durch die hohen Temperaturen begünstigt wird.

Auch in Europa sterben Tausende Menschen – vor allem ältere und gesundheitlich geschwächte Menschen – wegen der häufig auftauchenden Hitzewellen im Sommer.

Was können Staaten für den Klimaschutz tun?

Eine der wichtigsten Maßnahmen, die Staaten beschließen können, um das Klima zu verbessern, ist die Verbrennung fossiler Rohstoffe zu stoppen und auch deren Subventionierung zu beenden.

Konkretere Maßnahmen wären:

  • mehr Investitionen in erneuerbare Energien und Nutzung nachhaltiger Energiequellen (Sonne, Wind, Wasser, …),
  • Abschaffung des Verbrennungsmotors,
  • nachhaltigere Verkehrskonzepte,
  • Ausbau des ÖPNV (öffentlicher Personennahverkehr),
  • mehr Radwege,
  • autofreie Innenstädte von Großstädten,
  • Aufforstung,
  • CO2-Steuer und Emissionshandel,
  • Ausstieg aus der Massentierhaltung,
  • bessere Wärmedämmung in Gebäuden,
  • Inlandsflüge minimieren

Langfristig sollte Klimaneutralität angestrebt werden. Das heißt, dass der Treibhausgasausstoß minimiert wird und unvermeidbare Emissionen kompensiert werden – also finanziell eine Ausgleichsmaßnahme unterstützt.

Was kann man als Einzelperson für das Klima tun?

Im Alltag kann man leicht Treibhausgasemissionen sparen, indem man z.B.:

  • mit dem Fahrrad oder ÖPNV fährt, anstatt mit dem Auto;
  • das Licht ausschaltet, wenn man einen Raum verlässt;
  • möglichst wenige Fleisch- und Milchprodukte konsumiert;
  • weniger heizt bzw. die Heizungstemperatur niedriger stellt;
  • seine elektronischen Geräte ausschaltet, statt den Stand-By-Modus zu verwenden;
  • seine Wäsche im Freien trocknen lässt, statt im Trockner;
  • regionale und Bioprodukte kauft;
  • den Kühlschrank nicht lange offen lässt;
  • die Mikrowelle seltener benutzt;
  • recycelt, was recycelt werden kann;
  • auf die Nutzung von Plastiktüten verzichtet;
  • Flüge minimiert;
  • Strom von einem unabhängigen Öko-Anbieter bezieht;
  • Wäsche bei höchstens 60 Grad wäscht;
  • lieber duscht, statt badet;
  • weniger das Internet benutzen (mit 3.000 Googlesuchanfragen könnte man einen Topf Wasser zum Kochen bringen)

Man kann auch seine Mitmenschen über den Klimawandel informieren und sie zum klimafreundlicheren Leben bewegen. Es gibt auch politische Möglichkeiten, sich für das Klima einzusetzen, indem man z.B. in einer NGO (Nicht-Regierungs-Organisation), die sich fürs Klima einsetzt, mitarbeitet oder an Klimaprotesten teilnimmt.

Fridays For Future

Fridays For Future ist eine globale Bewegung ausgehend von Schüler*innen und Student*innen, die sich für mehr Klimaschutz einsetzen und von der Politik schnellstens umfassende und effiziente Maßnahmen fordern, damit das 1,5-Grad-Ziel des Weltklimaabkommens eingehalten wird. Initiatorin des Klimastreiks ist Greta Thunberg, eine 16-jährige Schwedin, die im August 2018 angefangen hatte, freitags als Klimaprotest die Schule zu schwänzen. Später folgten Schüler*innen in unterschiedlichen Ländern ihrem Beispiel. Das Schuleschwänzen aus Protest richtet sich nicht gegen die Schulen und Universitäten, sondern soll die Politik auf die Missstände aufmerksam machen und sie zum Handeln bringen. Das Motto lautet: “Wir streiken, bis ihr handelt”.

Der erste globale Klimastreik fand am 15. März 2019 statt, an dem es ca. 1700 Kundgebungen in über 100 Staaten gab. In Deutschland demonstrierten 300.000 Menschen in über 200 Städten.

Am zweiten globalen Klimastreik am 24. Mai 2019 nahmen deutlich mehr Menschen teil. Weltweit beteiligten sich über 1,5 Millionen Menschen an den Protesten.

Der bis jetzt größter globaler Klimastreik fand am 20. September 2019 statt, wo allein in Deutschland 1,4 Millionen Menschen auf die Straße gegangen sind. In Italien protestieren 1 Million Menschen. Zusätzlich gab es u.a. in Deutschland vom 21. September bis zum 27. September eine ganze Aktionswoche, die Week For Climate, die am Freitag dem 27. mit dem Earth Strike endete. Insgesamt protestierten in der Woche vom 20. bis zum 27. weltweit über 6 Millionen Menschen für mehr Klimaschutz. Der nächste globale Aktionstag findet am 29. November 2019 statt.

Ziele der Bewegung sind u.a. ein schneller Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe in Form einer Energiewende, Subventionen von fossilen Energieerzeugung zu stoppen, mehr Investitionen in erneuerbare Energien und eine Verkehrswende, die den Ausbau des ÖPNV beinhaltet.

Bis jetzt ist die Politik den Zielen und Forderungen von Fridays For Future nicht nachgekommen und hat lediglich unbedeutende kleine oder symbolische Maßnahmen ergriffen. Doch die Bewegung bleibt sich treu und streikt weiter, bis die Politik handelt.

Hana Ajdin, E1

 

Quellenangaben vom 15.10.2019

https://www.zeit.de/thema/fridays-for-future

https://de.wikipedia.org/wiki/Klimawandel

https://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/klimawandel/177825/energiewende

https://www.who.int/heli/risks/climate/climatechange/en/

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Folgen_der_globalen_Erwärmung

https://www.theguardian.com/environment/2019/sep/27/climate-crisis-6-million-people-join-latest-wave-of-worldwide-protests

https://www.planet-schule.de/mm/die-erde/Barrierefrei/pages/Die_Folgen_des_Klimawandels.html

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimawandel/zu-erwartende-klimaaenderungen-bis-2100

https://www.bmu-kids.de/wissen/klima-und-energie/klima/klimawandel/ursachen-des-klimawandels/

https://www.umweltbundesamt.de/daten/land-forstwirtschaft/beitrag-der-landwirtschaft-zu-den-treibhausgas

https://de.wikipedia.org/wiki/Treibhausgas

https://de.wikipedia.org/wiki/Treibhauseffekt

http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Methan

https://public.wmo.int/en/resources/bulletin/unnatural-disasters-communicating-linkages-between-extreme-events-and-climate

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.