Schon in der 8. Klasse beginnen die Schülerinnen und Schüler zu üben, wie man Bewerbungen schreibt, damit jeder sich rechtzeitig für ein Praktikum bewerben kann. Denn für manche Plätze muss man sich früh bewerben, und auch die Möglichkeit einer Absage sollte man nicht ausschließen.
Dieses Jahr mussten 234 Schüler*innen von unserer Schule ein Praktikum absolvieren, 109 aus den 9. Klassen und 125 aus der E-Phase.
Beworben für mein Praktikum habe ich mich schon ein Jahr im Voraus.
Gerade bei beliebten Praktikumsplätzen wie dem Hessischen Rundfunk, bei der Polizei oder in einem Museum ist es oft erforderlich, sich mindestens ein Jahr zuvor zu bewerben, damit man auch einen Platz bekommt.
Natürlich gibt es auch Einrichtungen, in denen man fast immer einen Platz bekommt, zu diesen zählen Kindergärten und Grundschulen.
Am ersten Praktikumstag stehe ich vor dem grauen Betonklotz, in dem das Büro der BUNDjugend liegt. Auf den unzähligen Klingelschildern suche ich nach dem richtigen. Kurz darauf summt der Türöffner und ich fahre mit dem Aufzug in den 5. Stock.
Ein Mädchen mit Pony und Brille öffnet mir die Tür. Sie scheint mir zu jung, um hier zu arbeiten, doch sie stellt sich als Hannah* und FÖJlerin vor.
Ein FÖJ (Freiwilliges ökologisches Jahr) ist, ähnlich wie ein FSJ (Freiwilliges soziales Jahr), das meist mehr Leuten bekannt ist, eine Möglichkeit, sich nach der Schule ein Jahr lang mit dem Thema Umwelt zu beschäftigen, wie der Name schon sagt. Derzeit bieten etwa 50 Trägerorganisationen über 3.300 Plätze für ein FÖJ in Deutschland an.[1]
Hannah führt mich durch die Büroräume, zeigt mir den Konferenzraum und die Zimmer der anderen Mitarbeiter, die beim BUND arbeiten. Das Beste aber ist die Aussicht: aus der Küche und dem Toilettenraum hat man einen atemberaubenden Überblick über Frankfurt – die Skyline, dem „Ginnheimer Spargel“, dem Fernsehturm in Frankfurt und den Dom in einem.
Dann bringt Hannah mich in das Büro, das für die nächsten zwei Wochen mein Arbeitsplatz sein wird.
Die Tätigkeiten, die mir übertragen werden, reichen von Fotos machen über Briefe verschicken und scannen, bis hin zu Altkleider wegbringen und aufräumen. Alle sind super nett und hilfsbereit, nur an Aufgaben mangelt es manchmal. So kommt es, dass ich teilweise eine Stunde vor einem Computer sitze, ohne irgendetwas zu tun.
Den Richtlinien für Arbeit von Kindern widerspricht das jedenfalls nicht. Demnach dürfen bei einem Praktikum keine Arbeiten ausgeführt werden, „die die physische oder psychische Leistungsfähigkeit von Schüler*innen übersteigen“. Das heißt zum Beispiel, dass man nicht hohen Lautstärken, Kälte, Nässe oder schweren Lasten ausgesetzt sein darf. [2]
Ansonsten sind alle Regelungen für mein Praktikum bei der BUNDjugend entspannt. Arbeitszeiten von 9:30h bis 15:30h und eine Mittagspause von einer halben Stunde. Oft dürfen der andere Praktikant und ich auch schon früher gehen.
Die höchstzulässige Arbeitszeit bei Kindern und Jugendlichen beträgt pro Tag sieben beziehungsweise acht Stunden, wobei bei 4,5 Stunden Arbeitszeit mindestens eine halbe und ab 6 Stunden eine Stunde Pause gewährleistet werden. Schülerinnen und Schüler dürfen nur an 5 Tagen die Woche arbeiten und dürfen nicht zwischen 20:00 und 6:00 Uhr beschäftigt werden. [3]
Wieder stehe ich vor dem grauen Betonklotz, das Büro der BUNDjugend diesmal hinter mir. Die Tür fällt ins Schloss und zusammen mit dem anderen Praktikanten laufe ich den Berg runter bis zur Bushaltestelle. All die Leute werde ich wahrscheinlich nie wiedersehen. Zum Glück habe ich jetzt aber zumindest viele neue Erfahrungen und Erinnerungen gesammelt!
*Name von der Redaktion geändert.
[1] https://foej.de/einsatzstellen/
[2] https://freiherr-vom-stein.de/wp-content/uploads/2016/10/Flyer_Schuelerbetriebspraktikum.pdf
[3] https://freiherr-vom-stein.de/wp-content/uploads/2016/10/Flyer_Schuelerbetriebspraktikum.pdf
verfasst von Eleanor Metzler (9d)