INTERVIEW: Frau Rostasi, ist es Ihnen unangenehm, Sexualkunde zu unterrichten?

Ausgabe 2 – 05. November2021 im SV-Raum

Im Interview spricht Lehrerin Lea Rostasi unter anderem über ihren Sexualkunde Unterricht, über ihre Jogging-Versuche, Mathe Witze und über den „perfekten“ Lehrer.

Viele Kinder an der Schule kennen Sie noch nicht, also wie heißen Sie und welche Fächer unterrichten Sie?

„Ich heiße Lea Rostasi und unterrichte Mathe und Bio.“

Wie lange unterrichten Sie schon an unserer Schule?

„Ich bin jetzt in meinem dritten Jahr als fertige Lehrerin und dann hatte ich noch 18 Monate Referendariat.“

Warum haben Sie sich für die Fächer Mathe und Biologie entschieden?

„Weil es die schönsten Fächer überhaupt sind! Ich habe Mathe schon immer gerne gemacht und fand das total spannend, es ist alles so schön strukturiert und aus diesem Grund habe ich es total gerne gemacht. Und Bio fand ich total spannend, weil man halt super viel über sich selbst lernt, aber auch über Tiere, Pflanzen und ich fand das total interessant. Dann dachte ich mir wenn, dann die beiden Fächer.“

Und warum genau haben Sie sich für den Beruf Lehrer entschieden?

„Ich habe mal ein Praktikum gemacht und fand das schon ganz cool. Mir war dann schon klar, ich möchte irgendetwas mit jungen Menschen bzw. generell mit Menschen machen und habe dann etwas überlegt. Am Ende habe ich mir dann gedacht, naja Lehrer, das ist ja eigentlich ganz cool. Man ist in Verbindung mit total vielen Charakteren, man hat nie dieselbe Situation und deshalb bin ich Lehrerin geworden.“

Wollen Sie uns auch Ihr Alter verraten oder soll dies lieber privat bleiben?

„Ach, das kann ich sagen. 31!“

Nennen Sie einen Fakt über sich, den keiner kennt.

„Ein Fakt, … hmm. Das ist echt eine schwierige Frage. Ist ein Fakt so etwas wie: Ich versuche regelmäßig joggen zu gehen, klappt aber nur so semi oder das mein Lieblingstier, die Ziege ist?“

Haben Sie irgendwelche Tipps, für diejenigen, die ein Lehramt-Studium in Erwägung ziehen?

„Sich auf jeden Fall nicht von dem Studium abschrecken lassen, denn das hat gar nicht so viel mit dem eigentlichen Beruf zu tun. Ebenso nicht von dem Referendariat, denn das ist echt eine anstrengende und manchmal auch blöde Zeit. Man lernt aber auch unglaublich viel und am Ende lohnt sich das alles auf jeden Fall. Es ist der schönste Beruf, denn man erlernen kann.“

Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Lehrer aus?

„Also, ich glaube tatsächlich, dass es nicht den einen guten Lehrer gibt sondern so divers die Schülerschaft ist, so divers ist auch das Kollegium. Es gibt Lehrer, die bei der Schülergruppe A super gut ankommen, aber bei Gruppe B nicht. Ich denke, man muss auf jeden Fall begeistert von seinem Fach und emphatisch sein.“

Ist es für Sie unangenehm Sexualkunde zu unterrichten?

„Hahaha, nein, das ist mir nicht unangenehm. Es ist ja ein super wichtiges Thema und ich finde es total spannend, weil man die Schüler dann auch mal ganz anders kennenlernt. Schüler*innen die eher zurückhaltend sind, tauen da total auf und man hat sehr viele coole Diskussionen.“

Glauben Sie, es ist für Sie unangenehmer oder für die Schüler?

„Also für mich ist es nicht unangenehm. Ich glaube tatsächlich für die Schüler teilweise, aber sie müssen ja nicht zwingend dann mitarbeiten. Sie können sich dann natürlich auch zurückziehen.“

Und in welcher Klassenstufe ist es am schwierigsten oder peinlichsten zu unterrichten?

„Sexualkunde zu unterrichten? Ich glaube am schwierigsten ist es in den 6ten Klassen, weil die einfach noch nicht so offen sind. Es ist ganz schwierig zum Beispiel „Penis“ auszusprechen. Dann macht man halt so kleine Spiele wie, mit alle zusammen, ganz laut „Penis“ zu rufen. Aber peinlich ist dies mir nicht!“

Was waren Ihre Lieblings- & Hassfächer in der Schulzeit?

„Das kann ich ganz klar sagen. Ich fand immer Naturwissenschaft richtig gut und die Sprachen dafür eher nicht so. Ich bin nicht so sprachbegabt und habe mir da sehr schwer getan. Allerdings mein absolutes hass Fach, darf man das überhaupt so sagen, war Latein. Ich habe es direkt in der 11ten Klasse abgegeben. Meine Lieblingsfächer, wie gesagt, waren auf jeden Fall Biologie und Mathe.“

Gab es irgendwelche Sprüche Ihrer Lehrer, die Sie nicht mochten, aber heutzutage selber machen?

„Wir hatten es letztens sogar im Matheunterricht. Also tatsächlich muss ich feststellen, ich fand Mathewitze immer total ätzend und jetzt mach ich auch Mathewitze. Schrecklich! Wie zum Beispiel den Enten Witz (n-te) oder „Die Null sagt zur Acht, du hast ja einen schönen Gürtel an“. Sind ganz tolle Witze, hahaha. Habe ich mich jetzt letztens leider dabei erwischt, dass ich das auch mache und ich finde das echt schlimm, als Schülerin.“

Mit welchen Lehrern verbringen Sie meistens Ihre Pausen?

„Also wir haben so Gruppentische und man sitzt dann am Tisch und quatscht dann halt mit den Leuten. Man hat in den Pausen jetzt nicht wirklich eine Bezugsperson, sondern man unterhält sich mit allen.“

Kann man Prüfungen bzw. Klausuren überhaupt neutral bewerten, obwohl einem manche Schüler lieber sind, als andere?

„Das muss man bei den Klausuren ausblenden und man lernt auch im Referendariat und Studium Techniken, damit das einigermaßen gut funktioniert. Man muss sich das bewusstmachen, dass diese Gefahr besteht, dann kann man die Arbeiten auch neutral bewerten. Ansonsten muss ein Schüler auch mal zu einem kommen und sagen, dass er es unfair bewertet findet. Reden hilft!“

Welche Probleme kann man am schwierigsten mit Eltern besprechen und wie gehen Sie dann vor?

„Ich hatte glücklicherweise noch nie Probleme mit Eltern und die Kinder sind ja natürlich das wichtigste für die Eltern. Ich kann das total verstehen, wenn die Eltern dann mal besorgt sind, aber da hilft auch wieder reden. Es ist super, wenn man dann einen gemeinsamen Nenner findet, denn Lehrer wollen ja auch nur das Beste für ihre Schüler.“

Beschäftigt es Sie auch manchmal privat, wenn Schüler Probleme haben und wie versuchen Sie zu helfen bzw. diese Probleme zu lösen?

„Also man nimmt das dann natürlich mit nach Hause, denn man kann nicht einfach sagen, okay, ich geh jetzt aus der Tür raus und bin kein Lehrer mehr… Die Schüler*innen sind ein ganz großer Teil, im Leben eines Lehrers und wenn man merkt, dass es einem Schüler nicht so gut geht, überlegt man wie man dem Schüler helfen kann. Man tauscht sich dann auch manchmal mit Kollegen aus, die das vielleicht schon mal erlebt haben und holt sich da Tipps.

Oder was ich auch empfehlen kann, ist mit unserer Schulpädadogin Frau Roth zu sprechen!“

Gibt es Lehrer, oder ein Gremium, das Lehrer*innen fragen können, wenn sie Schwierigkeiten oder Hilfe benötigen bei Problemen mit dem Vorgesetzten?

„Da gibt es den Personalrat, da kann man hingehen, wenn man sich zum Beispiel ungerecht behandelt fühlt.“

Sie sind ja noch nicht lange an der FVS. Wie haben Sie sich eingelebt, insbesondere in der Corona Zeit, hatten Sie Probleme und weshalb haben Sie sich die FVS ausgesucht?

„Ich hatte keine Probleme, mich hier irgendwie einzufinden. Das ist zum einen, weil wir unglaublich nette Schüler*innen haben, die total offen sind. Genauso haben wir ein echt cooles Kollegium, die mich auch direkt mit offenen Armen begrüßt haben. Als ich am ersten Tag angekommen bin, hat Frau Pfeffermann direkt gesagt „Hey, hier ist noch ein Platz für dich.“. Es waren alle super nett, wenn ich irgendwelche Fragen hatte, konnte ich jeder Zeit alle Kollegen fragen.

Zum einen gibt es einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt und da ich ja Naturwissenschaften habe, hat mich das schon total interessiert. Außerdem wollte ich gerne in Frankfurt an einer Schule lehren und da gibt es gar nicht so viele mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt. Zudem war das Einstellungsgespräch mit Herrn Becker so nett und total locker.

Wie haben Sie das Homeschooling empfunden?

„Das fand ich ganz schwierig! Man versucht zwar die Schüler zu unterstützen, aber es ist natürlich, wenn man vor Ort ist, viel einfacher. Es war viel Arbeit, hat uns aber auch digital total weitergebracht, wie zum Beispiel, dass wir das Schulportal haben. Für euch Schüler ist dies super, auch wenn wir Lehrer oftmals vergessen, etwas hochzuladen. Im Allgemeinen haben wir alles sehr gut geregelt.

Ich denke, für euch war es sogar stressiger und anstrengender als manchmal für uns. Der erste Lockdown war noch totales Chaos und dann hat man aber gemerkt, okay, man kann sich total auf euch Schüler verlassen. Ich bin aber heilfroh, dass wir kein Homeschooling mehr haben.“

Finden Sie es in Ordnung, wenn Lehrer die Eltern der Schüler, aufgrund schlechter Noten, in der Unterrichtszeit oder im Allgemeinen anrufen?

„Manchmal muss man das einfach machen. Lehrer und Eltern haben halt einfach dasselbe Ziel, möglichst den positivsten Weg für den Schüler/die Schülerin zu finden. Manchmal ist es halt dann leider für den Schüler, in diesem Moment, der unangenehmere Weg.“

Wie stehen Sie zu der Corona Impfung und diesem Thema im Allgemeinen?

„Ich finde es super toll, dass es eine Impfung gibt. Das bringt uns immer weiter vom Homeschooling weg und deswegen finde ich es ganz wichtig, dass man sich impfen lässt. In der 10ten Klasse bietet das sich auch super im Bio Unterricht an, denn darüber werden wir nämlich noch reden.“

Was machen Lehrer, wenn Sie im Unterricht auf Toilette müssen?

„Verdrängen, hahaha. Ach, das passt schon mit den Pausen überein und wenn man mal ganz dringend muss, dann geht man halt mal schnell.“

Würden Sie sich als Verbindungslehrer aufstellen lassen?

„Ich finde das ist eine sehr wichtige Position, aber ich glaube ich bin einfach noch nicht lang genug an der Schule. Da gibt es einige Lehrer, die das Amt besser ausfüllen würden, als ich.“

 

Wir haben jetzt noch ein paar Entweder-oder Fragen für Sie:

Ein neues Schullogo oder das Alte behalten?

„Puh, da müsste ich ja das Neue sehen. An sich, ist es mir egal, aber wenn ein neues Logo, dann ein junges Spritziges. Das Jetzige ist ja etwas antik, meiner Meinung nach.“

Ihre Schulzeit oder das Studium?

„Oh beides, hahaha. Das hat beides etwas. Schrecklich, ich bin ganz schlecht in so Entweder-oder Fragen.“

Mathe oder Biologie?

„Beides, hahaha! Wenn ich Bio 10te Klasse und Mathe 10te Klasse vergleichen würde, würde ich Bio wählen. Es kommt allerdings auf die Klassen drauf an.

Rock, Kleid oder Hose?

„Hmm … ich glaube Hose. Das ist bequemer!“

Sommer oder Winter?

„Sommer!“

Lebenserfahrung oder Bildung?

„Beides ist wichtig!“

 

Wir bedanken uns bei Frau Rostasi für das tolle interview und hoffen das ihr Neues über Sie herausfinden konntet.

Die dritte Auflage der Lehrer-Interview-Reihe findet mit Frau von der Heyden statt.

 

 

1 Kommentar

  1. Sofie

    Super geschrieben, interessant und auch länger als letztes Mal.
    🙂

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